20. Februar, Delegiertenversammlung des WKSFV in Fiesch
Am 20. Februar 2010 fand in Fiesch die 81. Delegiertenversammlung des WKSFV statt. Schwerpunkte der Versammlung waren der neue Gewässerbesatzplan und die neue Vereinbarung zwischen Kanton und Fischerverband, der Einsatz für Gewässerrenaturierung und Revitalisierung, das Engagement gegen Gewässerverschmutzungen und die Ausbildung von Fischern.
In seinem reich bebilderten, in zwei Sprachen abgehaltenen Jahresbericht erwähnte Verbandspräsident Stefan Wenger vor mehr als 130 Delegierten und Gästen als Erstes den neuen Gewässerbesatzplan, der ab 2011 für alle Sektionen in Kraft treten soll.
Dieser sieht zwar einen Besatz der Gewässer mit kantonsweit etwa gleich viel Mass- und Jungfischen wie bisher vor, verlagert aber das Gleichgewicht unter den Sektionen. Auch wenn die Finanzierung mit zusätzlichen 60‘000 Franken in Zukunft gesichert sein sollte, forderte der Verband die Sektionen auf, in Zukunft noch stärker zusammenzuarbeiten, damit Synergien genutzt, Fischzuchten rentabel betrieben und das Wissen zur Aufzucht und zum Besatz breiter abgestützt werden kann.
Vielerorts werden Gewässer renaturiert und verschiedene, laufende Projekte, beispielsweise für Fischtreppen in Lavey, Susten, Fiesch und Gluringen geben den Fischern neue Hoffnungen.
Aus Sicht der Fischer reichen diese Massnahmen jedoch nicht aus. Bei den Umweltmassnahmen im Rahmen der 3. Rhonekorrektion und bei der Schaffung des Walliser Renaturierungsfonds sehen Fischer einigen Nachholbedarf und möchten die Zusicherung erhalten, dass die versprochenen Umweltmassnahmen nicht zu spät oder gar nicht umgesetzt werden.
Sorgen bereitet auch der Boom der Kleinwasserkraftwerke, der zum Teil die letzten intakten Laichplätze der Fische gefährdet oder die zahlreichen Gewässerverschmutzungen bei denen die Fischer zu oft auf zu wenig Verständnis und Unterstützung der Behörden stossen.
Vor dem Hintergrund der vielen laufenden Projekte, der 3.Rhonekorrektion, dem Sanierungsplan der Walliser Gewässer, dem Walliser Renaturierungsfonds, dem KWKW-Boom, der Initiative „Lebendiges Wasser“ und dem Gegenvorschlag des Parlaments hat der Verband 2009 zusammen mit den Umweltschutzverbänden beim Staatsrat ein Moratorium für Kleinwasserkraftwerke und die Schaffung einer kantonalen Wasserstrategie gefordert. Auch wenn bisher noch keine umfassende Wasserstrategie zu Stande gekommen ist, so sind die Fischer sehr zuversichtlich, dass aus dieser Forderung auch positive Impulse für die Fischerei abgeleitet werden können.
Besonders gefreut haben sich die Anwesenden der Delegiertenversammlung auch über den Besuch des „obersten Walliser Fischers“, Herrn Staatsrat Jacques Melly.
In seiner Rede strich er unter anderem heraus, dass alle Projekte welche unsere Wasserläufe betreffen von seinem Departement bearbeitet werden und es dadurch viel einfacher sei Synergien zwischen technischen und fischereilichen Belangen zu finden. Der gemeinsame Informationsaustausch trage viel dazu bei, die jeweils besten Lösungen zu finden.
Am Schluss seiner Rede dankte Staatsrat Melly den Walliser Fischern mit folgenden Worten: „Schliesslich möchte ich den 2950 Fischern, die 2009 ein Fischereipatent gelöst haben, ganz herzlich danken. Mein Dank gilt ebenfalls Ihren Verantwortlichen und jenen der Sektionen Ihres beeindruckenden Verbandes. Der Staatsrat ist sich Ihrer Arbeit und Ihrer täglichen Sorge um die Fischerei bewusst und er weiss genau, dass ohne Ihren Einsatz die Walliser Fischerei eine Illusion bliebe.“
Wenn sich die versammelte Walliser Fischereiprominenz einmal im Jahr trifft, dürfen die Gemütlichkeit, die Pflege der Kameradschaft und der Gedankenaustausch nicht zu kurz kommen. Die kleinste Fischereisektion im Wallis, die Sektion Goms hatte den schönen Anlass perfekt organisiert und ideale Bedingungen dazu geschaffen. Der OK-Präsidentin Hannelore Manz, dem Sektionspräsidenten Hans Loretan und allen Helferinnen und Helfern sei an dieser Stelle der Dank aller Anwesenden ausgesprochen.
Jahresbericht 2009
Vortrag DV2010
Nouvelliste
Walliser Bote
Fotos (zVg) |