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Lac de Tanay
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PostPosted: Sat 5. Mar 2011, 09:32 
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Joined: Sun 3. Jan 2010, 18:11
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Während in vielen anderen Kantonen die Liebhaber der Bergseefischerei bereits damit beschäftigt sind, ihre Fischerutensilien für die unerträglich lange Winterpause einzumotten, fängt für viele Walliser Fischer die schönste Zeit im Jahr an. Die 25 Bergseen laden umgeben von frisch verschneiten Gipfeln und Landschaften in den schönsten Herbstfarben dazu ein, bis am letzten Sonntag im November befischt zu werden. Und als würden sie den Geschmack von Mottenkugeln fürchten wie der arme Teufel den sauren Wein, zieht es die Walliser Petrijünger im Herbst nochmals hinauf zu den Bergseen an die frische, klare Luft. Diese lässt die Berge noch viel näher und höher und die Seen wie kleine Smaragde in der einsamen Gegend erscheinen. Einer dieser tiefblauen Smaragde ist der Lac de Tanay im französischsprachigen, untersten Teil der „République du Valais“.

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Panorama vom See

Ausgangspunkt für einen Ausflug zum See ist das Städchen Vouvry, das auf seiner Homepage ausgerechnet unter der Rubrik „Loisirs“ (Erholung) den Fischerverein der Sektion Monthey erwähnt, der für den arbeitsintensiven Besatz des Sees verantwortlich ist. Von Vouvry führt eine Bergstrasse über den Weiler Miex zum Parkplatz Le Flon. Dieser liegt auf rund 1050 m.ü.M. und kann mit dem Auto oder dem Postauto ab Vouvry erreicht werden. Ab dem Parkplatz wird der Weg zur Alpsiedlung nach Tanay sofort sehr abenteuerlich. Entweder vertraut man sich einem Taxi an, das vom Parkplatz aus bestellt werden kann, oder man fährt selber die Naturstrasse nach Tanay hoch, die allerdings so eng und steil ist, dass sie nur von geübten Fahrern und Fahrzeugen mit Vierrandantrieb und Untersetzungsgetriebe befahren werden darf. Wer diese achterbahnähnliche Fahrt vermeiden will und seine Adrenalinschübe lieber beim Fischen auslebt, wählt den etwa einstündigen, steilen Wanderweg durch den Wald.
Am Col de Tanay auf 1440 m.ü.M. angekommen, tut sich einem eine neue Welt auf. Man ist froh, wieder flachen Boden unter den Füssen zu haben und so ist der zehnminütige Spaziergang hinunter zum westlichen Teil des Sees eine echte Wohltat. Das kleine Paradies um den See ist seit den 60er Jahren Naturschutzgebiet und bekannt als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Fern von jeglichem Massentourismus zieren Alpenrosen, Bergfeilchen, Weidenröschen, Türkenbund und Eisenhut den Weg. Mit etwas Glück erspäht man in den kleinen, dunlen Weidentümpeln auch den seltenen Alpensalamander. Rechts am Weg erblickt man kurz vor der Alp Tanay durch die Fichtenspitzen endlich den Bilderbuch-Bergsee mit seinem geheimnisvoll, blauschwarzen Wasser. Der See wird jedes Jahr mit rund 25‘000 Sömmerlingen besetzt. Die kleinen Regenbogenforellen, Cristivomer (so nennt man den Namaycush im Wallis) und Saiblinge entwickeln sich dort zu wunderschönen Tieren, deren Flucht- und Fressverhalten fast jenem von wild aufgewachsenen Fischen entspricht, die deshalb nicht immer ganz einfach zu fangen sind. Während 2001 noch rund 1200 Salmoniden gefangen wurden, hat sich die Fangzahl in den letzten Jahren auf etwa 600 reduziert. Grund dafür ist sicher der ausgezeichnete Eglibestand, der sich seit einigen Jahren hartnäckig im See breit gemacht hat und sich trotz Versuchen mit Reusenfang nicht mehr merklich dezimieren liess.

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Eglis satt

Viele Fischer aus der näheren Region möchten im Lac de Tanay am liebsten nur Salmoniden fangen, für andere Walliser Petrijünger stellt der Eglifang eine willkommene Abwechslung dar, weil abgesehen vom Genfersee nur an sehr wenigen Teichen in der Rhoneebene dem Stachelritter nachgestellt werden kann. Auf Forellen und Saiblinge bringt am ehesten Spinnfischen mit weiten Würfen den ersehnten Erfolg. Am besten dazu geeignet sind Sbirulinos mit einem Wurfgewicht von 15 – 20 Gramm und einer Lauftiefe von 1 – 2 Metern. Als Köder kommen Bienenmaden, Elritzen oder formbarer Teig in den Farben Weiss und Grün zum Einsatz. Auch grössere Eglis können, wenn die Angelstelle oft gewechselt wird, dem gejiggten Wobbler kaum widerstehen. Am besten, man nimmt gleich eine Ausrüstung zum Spinn- und eine zum Wobblerfischen mit und wechselt die Fangmethode etwa stündlich.

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Stefan König mit wunderschöner 53er Bachforelle

Wer nach einem spannenden Angeltag eine wildromantische Nacht am Lagerfeuer verbringen möchte, kann sein Zelt am Westende des Sees, wo sich übrigens auch der beste Angelplatz befindet, aufstellen. Die Bewilligung für den kleinen Zeltplatz kann man in der Auberge-Refuge du Grammont in Tanay beziehen. Hier gibt es auch Tages- oder Wochenendpatene und wer vergessen hat, seinen Fendant und seinen Walliser Raclettekäse selber mitzunehmen, kann sich in einem der drei kleinen Restaurants mit welschem Charme verwöhnen lassen.

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Fly fishing is the most fun you can have standing up
(Arnold Gingrich)


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